"Stole" ist ein Song, der sich mit der Problematik der Gewalt an Schulen, und hier speziell mit den in den USA häufiger vorkommenden Amokläufen von Schülern an Schulen beschäftigt.
In "Stole" schildert Kelly Rowland das Schicksal zweier Schüler, deren Leben von einem Mitschüler sozusagen gestohlen wird, indem sie von ihm erschossen werden. Der namenlose Täter wird im Song als ruhig, unauffällig, intelligent und rücksichtsvoll beschrieben, er wird allerdings auch von seinen Mitschülern schikaniert und geschnitten. Eines Tages läuft er in das Klassenzimmer mit einer Pistole, wobei sich der Songtext über das, was anschließend passiert, nicht auslässt.
Kelly Rowland richtet ihren Blick aber nicht nur auf den Täter und seine Motive, sondern auch auf die Opfer, denen die Chance auf eine eventuell viel versprechende Zukunft genommen wird. Sie spricht aber auch die Teilnahmslosigkeit, beziehungsweise Untätigkeit der Gesellschaft an, die nichts unternimmt, oft wegsieht, wenn Menschen gedemütigt werden. "Now I wish I would have talked to him, gave him the time of day, not turn away. If I would have been the one to maybe go this far, he might have stayed at home playing angry chords on his guitar." Sie gibt sich stellvertretend selbst eine Mitschuld, indem sie nicht versucht hat, zu diesem Menschen vorzudringen.
Hintergrund
Der Hintergrund sind Taten, die in den letzten Jahren die Welt bewegt haben, wie zum Beispiel das Massaker von Littleton, oder ähnliche, unfassbare Taten von jungen Menschen, die vorher keine Anzeichen einer potentiellen Gewalttätigkeit gezeigt haben. Tieferliegende Probleme sind wohl die universelle Verfügbarkeit von Waffen in den USA, die auf die amerikanische Geschichte zurückzuführen ist und an der sich auch durch solche grausame Taten dank einer einflussreichen Waffenlobby nichts geändert hat. Auch die Sprachlosigkeit, die Isolation, in die sich die späteren Täter zurückziehen, ist ein großes Problem, dem sich die Gesellschaft noch ziemlich hilflos gegenübersteht. Oft können die Jugendlichen die Realität nicht mehr von ihrer Traumwelt - oft genug durch entsprechende Computerspiele geprägt - unterscheiden.
Das Video
Das zum Song passende Video zeigt jedoch eine etwas andere Geschichte, die eher einen Selbstmord des Jungen impliziert. Diese Abweichung vom Songtext dürfte wohl darin begründet sein, dass man nicht durch eine filmische Darstellung eines Massakers in einer Schule Nachahmungstätern als Vorbild dienen wollte.
Aus aktuellem Anlass...