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#1

Gottglaube und Vernunft

in Diskussionsforum 09.12.2007 18:13
von Gysi | 10 Beiträge
Ist Gottglaube das Ergebnis von logischer Ableitung, also der Vernunft?
Ich bin der Auffassung, dass er das Ergebnis unserer Erziehung ist, die uns dahin bringt, an etwas zu glauben, was uns Hoffung auf ein ewiges Leben macht. Und das können wir durch Gehorsam vor Gott erlangen. Gott macht übermäßige Angst. Darum ist unser Verhältnis zu ihm auch nicht so unbefangen, wie z.B. zu einer wissenschaftlichen Theorie.
Ist Logik überhaupt wichtig? Mein Orientierungspunkt ist die Realität. Dies sage ich, weil Kant den Gottglauben als durchaus was Positives bewertete, weil durch den der Mensch sinnvoll diszipliniert werden kann. Damit ist aber nicht die Realität einer Gottesexistenz geklärt. Um die geht es mir jetzt.
Wichtig ist gewiss auch, von was für einen Gott wir in dieser Diskussion ausgehen. Ist es der Gott der Alten Testamentes, der auch Kriege protektionierte, in denen seine Krieger Schwangeren die Bäuche aufschlitzten? Ist es der Gott des Neuen Testamentes, der alle Ungläubigen durch das Jüngste Gericht schwer bestrafen wird? Oder offenbart er sich nur durch das persönliche Gewissen eines Jeden? Wer sagt das aber? Und wieso gibt es dann verschiedene Gewissensentscheidungen? Oder ist Gott, ganz nach den Deisten, nur für die Schaffung des Universums verantwortlich und hat sich seitdem aus dem Geschehen herausgehalten? Meine Position: Die Existenz ist ohne Gott zu erklären. Gott als Schöpfer einzufügen, öffnet die Frage, wer denn Gott geschaffen hat.

Das soll als Intro reichen. Ich bin auf eure Antworten gespannt.

Gysi

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zuletzt bearbeitet 09.12.2007 18:15 | nach oben scrollen

#2

RE: Gottglaube und Vernunft

in Diskussionsforum 17.12.2007 16:21
von Die Rassel | 1.526 Beiträge
In Antwort auf:
Die Existenz ist ohne Gott zu erklären. Gott als Schöpfer einzufügen, öffnet die Frage, wer denn Gott geschaffen hat.


Das ist ein interessanter Punkt über den ich auch schon des öfteren nachgedacht habe. Zu einem Ergebnis bin ich nicht gekommen. Zumindest nicht zu einem Ergebnis wer Gott geschaffen hat. Vielleicht war es ein anderer Gott, vielleicht war ich es ja aber auch selbst. In einem meiner vorhergehenden Leben und weiß nun nichts mehr davon...

Da ich allerdings generell nicht an Gott glaube, schließe ich diese Theorie doch eher aus. Ich habe zwar mal ein wunderschönen Satz gehört ("Ich habe lange an der Religion gezweifelt - bis ich feststellte, dass ich Gott bin"), doch auch dieser überzeugt mich nicht wirklich

Für mich kommt die Existenz Gottes nicht in Frage. Es gibt wissenschaftliche Erklärungen für die Entstehung der Erde und der Menschwerdung. Die Bibel ist in meinen Augen ein kompletter Widerspruch in sich selbst. In diesem Zusammenhang könnte man jetzt auch anfangen darüber zu diskutieren, ob die Biblische Schöpfungsgeschichte etwas im staatlichen Biologieunterricht zu suchen hat - aber das steht ja wieder auf einem anderen stern.

Also: Für mich gibt es keinen Gott, keinen Wunderheiler der vor 2000 Jahren spazieren gegangen ist und Taube hat fliegen, ähm... hören lassen etc. Ich möchte allerdings betonen, dass ich jeden respektiere, tolleriere und anerkenne der diesen Glauben hat. Ich muss ihn ja nicht teilen

zuletzt bearbeitet 17.12.2007 16:22 | nach oben scrollen

#3

Gottglaube und Vernunft

in Diskussionsforum 17.12.2007 17:23
von Gysi | 10 Beiträge
In Antwort auf:
Für mich gibt es keinen Gott, keinen Wunderheiler der vor 2000 Jahren spazieren gegangen ist und Taube hat fliegen, ähm... hören lassen etc.
In der Bibel steht auch nicht immer die Wahrheit. Das ist erwiesen. Und die Evangelisten z.B. zeugen nicht von journalistischer Ethik. Sowas gab es damals nicht. Die Menschen hatten ihren Glauben aus einem Mangel an Wissen, und aus diesem Aspekt sollten wir die Bibel lesen, dann kann sie uns eine wertvolle Schrift werden.
Gott ist ein Phänomen, das im Raum der Unkenntnis wohnt. Und da, wo unsere Kenntnis hinlangte, da verschwand auch Gott. Daraus abzuleiten, dass Gott eben auch in den jetzt noch verbliebenen Bereichen nicht ist, von denen wir keine Ahnung haben - das liegt doch auf der Hand. Gibt es Argumente, logische Ableitungen, die uns eine Gottesexistenz naheliegen? Ich kenne keine.

Aber ich hätte eine andere Frage, lieber Timo: Du bist doch von der Freireligiösen Jugend Hessen. Und du glaubst nicht an Gott? Und trotzdem religiös, wenn aud freireligiös?

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zuletzt bearbeitet 17.12.2007 17:25 | nach oben scrollen

#4

RE: Gottglaube und Vernunft

in Diskussionsforum 02.01.2008 14:44
von Saskia | 109 Beiträge

soweit ich weiß gibt es im buddhismus auch keinen gott und trotzdem ist der buddhismus eine religion und die buddhisten sind religiös, oder?!


Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.

Epikur

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#5

Gottglaube und Vernunft

in Diskussionsforum 03.01.2008 09:09
von Gysi | 10 Beiträge
Timo ist also Buddhist?
Oder: Was ist Religion?

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zuletzt bearbeitet 03.01.2008 09:09 | nach oben scrollen

#6

RE: Gottglaube und Vernunft

in Diskussionsforum 20.02.2008 20:12
von luka | 9 Beiträge

ich denke, jeder glaubt irgendwas, inzwischen is es halt so, dass man schon so viel weiß, aber zum rest kann sich ja jeder seine eigenen gedanken machen... ich weiß jez nich, was der begriff religion genau bedeutet aber ich verbinde es immer mit glauben...
über die bibel kann man sich ja streiten, aber ich finde trotzdem, dass es alles nur mittel zum zweck waren... man wusste nicht viel und alle sollten machen was der könig wollte, war doch praktisch... nur finde ich es albern, immernoch in bestimmten situationen auf gott zu vertrauen, wenn man sich besser auf sich selbst verlässt und eben selbst drum kümmern sollte. man weiß inzwischen eben zu viel...

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#7

RE: Gottglaube und Vernunft

in Diskussionsforum 23.02.2008 10:10
von Gysi | 10 Beiträge
In Antwort auf:
ich weiß jez nich, was der begriff religion genau bedeutet
"Religio" heißt "Rückbindung". Und die Religiösen binden immer nur bis zu ihrem Glauben zurück. Der Glaube selber wird nicht auf andere Ursachen zurückgebunden. Denn Gott hat ja keine Ursache, Punkt. Nach diesem Begriffsinhalt ist - streng genommen - der Wissenschaftler der religiösere Mensch!

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zuletzt bearbeitet 23.02.2008 10:11 | nach oben scrollen

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