Freireligiöse Jugend Deutschland

im Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands K.d.ö.R.


Das Portal für alle Jugendlichen, Eltern,
Freunde und Interessierte

Freireligiöse Jugend Pfalz

Auf dem Weg zum Erwachsenen - Jugendweihe

Kindheit und Jugend des Menschen werden oft in einem Atemzug genannt. Doch liegt zwischen
diesen beiden Abschnitten einer der bedeutendsten Wechsel im Leben:

Kinder werden sich ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten erst allmählich bewusst, Werte und
Ziele müssen ihnen anerzogen und vorgelebt werden und sie sind noch auf die liebevolle Leitung
und die schützende Hilfe ihrer Eltern angewiesen. Jugendliche hingegen streben nach Freiheit, wollen eigene Ideen entwickeln, ihr Leben nach eigenen Vorstellungen gestalten. Der Weg zur Freiheit heißt dabei Weg zur Verantwortung, zur Gewinnung eines humanistischen Gewissens. Dabei zählt weniger Anpassung, sondern Eintreten für sich, für die Mitmenschen und für das Leben. Jugendweihe feiern wir mit dem Eintritt in die Religionsmündigkeit, mit 14 Jahren. Mit der Jugendweihe werden Jugendliche selbständige Mitglieder unserer Gemeinschaft. Die Jugendweihe bedeutet:

- die Markierung einer kontinuierlichen Entwicklung von Kindern zu Erwachsenen,
- die Bekräftigung der Freiheit und Verantwortlichkeit,
- den Eintritt in unsere Religionsgemeinschaft,
- die Kennzeichnung vom Wandel innerhalb der Familie.

In Vorbereitungskursen werden die Teilnehmer/Innen intensiv mit Inhalten, Zielen und der Geschichte
Freier Religion bekannt gemacht. Probleme und Chancen des Jugendalters werden mit ihnen diskutiert und sie werden bei der Abklärung ihrer Wert- und Zielvorstellungen unterstützt.
In der Feier wirken die Jugendlichen mit ihren eigenen Ideen mit.

Jugendfeier

Was ist eine Jugendfeier?
Mit der Jugendfeier bieten wir jungen Menschen ein Fest zur Feier des Erwachsenwerdens an.
Erwachsenwerden heute ist nicht immer leicht. Junge Menschen sind auf der Suche nach sich selbst, nach ureigenen Ausdrucksund Lebensmöglichkeiten. Sie brauchen dabei Unterstützung,
Verständnis und Möglichkeiten, neue Gemeinschaften kennen zu lernen und miteinander auszuprobieren. Begleitung auf diesem Weg wollen wir ihnen und ihren Familien mit der Jugendfeier und ihrer Vorbereitung anbieten. Wir wollen ihre Freude daran wecken, verantwortlich gegenüber sich selbst und anderen zu handeln. Die Feier soll auf die Veränderungen junger Menschen bei ihrer
Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen hinweisen. Sie will sie und die Familien ermutigen, Veränderungen zu begrüßen. Sie will dazu ermuntern, die jungen Menschen in ihrem
Hineinwachsen und selbständigen Gestalten der Herausforderungen ihrer Lebenswelt zu unterstützen. Sie soll Wege und Möglichkeiten für ein partnerschaftliches Miteinander der Generationen aufzeigen.

Warum eine Jugendfeier?
Nicht konfessionell gebundene Menschen haben wenig öffentliche Möglichkeiten, wichtige Lebensabschnitte in einem nichtkommerziellen Rahmen und in würdiger Form zu feiern.
Rituale markieren Jugend als wichtige Phase des Lebens zwischen Kindheit und Erwachsensein und erlauben Erwachsenen wie Jugendlichen, sich auf die Entwicklung ihrer selbst zu besinnen und diese anzuerkennen. Feiern solcher Übergänge müssen auf die Bedürfnisse derjenigen abgestimmt sein, die die Veränderungen durchleben und sie in ihrer Suche nach einer eigenständigen Neuorientierung
unterstützen. Im Jugendalter, in dem junge Menschen viele Entscheidungen treffen müssen, die für ihr weiteres Leben oft sehr entscheidend sind, ist es wichtig, dass sie mit Selbstvertrauen, mit
realistischem Blick und gleichzeitig dem Mut, auch eigene Träume zu entwickeln und anzustreben, an diese Entscheidungen herangehen lernen.

Was sind die Ziele der Feier?
Wir wollen eine Alternative zu kommerziellen Veranstaltungen und traditionellen Übergangsriten anbieten und eine Feier mit den Familien und jungen Menschen gestalten, in der diese in
anspruchsvoller und gleichzeitig fröhlicher Form im Mittelpunkt stehen. Wir wollen damit anregen, das Ereignis des Erwachsenwerdens, das Eintreten in einen neuen Lebensabschnitt auch in den Familien
anzuerkennen und zu feiern. Wir wollen einen Rahmen, in dem in würdiger und gleichzeitig fröhlicher Form die jungen Menschen im Mittelpunkt stehen, anbieten. Wir wollen mit jungen Menschen ins Gespräch kommen und sie über die Einbeziehung in die Gestaltung der Feier zu eigenständigem und verantwortungsbewusstem Handeln ermutigen. Wir wollen für sie Ansprechpartner sein, bei denen sie
ihre Sorgen und Nöte ausdrücken können und sich angenommen fühlen. Bei uns können sie ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten ausprobieren und erweitern. Insbesondere streben wir an, sie in
ihrem Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zu fördern und sie zu unterstützen, sich für die Menschen recht zu engagieren.

Wer kann an der Jugendfeier teilnehmen?
Wir wenden uns an junge Menschen und ihre Familien, die nicht kirchlich gebunden sind. Teilnehmen können alle, die zwischen 13 und 15 Jahre alt sind und an den Vorbereitungstreffen zwischen
Januar und der Feier (gewöhnlich April oder Mai) teilnehmen.

Wie nimmt man teil?
Zur Teilnahme brauchen wir eine schriftliche Anmeldung. Sie ist diesem Informationsblatt beigefügt. Die Anmeldung ist verbindlich, sobald der Unkostenbeitrag entrichtet wurde.

Was ist der Unterschied zur freireligiösen Jugendweihe (Pfalz)?
Die Jugendfeier baut auf der Tradition der Jugendweihen auf. In beiden Feiern knüpfen wir an die Ideen und Inhalte der europäischen Aufklärung und des Humanismus an. Die Jugendweihe ist jedoch weiterhin nur für diejenigen religionsmündigen jungen Menschen da, die sich nach entsprechender Überlegungs- und Vorbereitungszeit für einen Eintritt in die freireligiöse Gemeinde entschieden haben.

Was kommt nach der Jugendfeier?
Alle interessierten Menschen können auch nach der Jugendfeier an unseren Programmen teilnehmen.
Wir bieten Jugendtreffen in unseren Räumen an, wobei diese von den Jugendlichen gemeinsam eigenverantwortlich gestaltet werden können. Wir bieten Seminare und längere Freizeiten an. Ausführliches dazu können sie im Infoblatt über die Jugendgruppe nachlesen. Ferner bieten wir freireligiösen Religionsunterricht an für alle nicht konfessionell gebundenen Schüler. Auch dazu mehr im Infoblatt zum Religionsunterricht.

Wie kann man sich weiter informieren?
Sie können sich direkt an die Geschäftsstelle der Gemeinde wenden und ein persönliches Gespräch vereinbaren. Zu den Informationsabenden entnehmen Sie die Termine der Presse, dem Internet oder fragen Sie in der Geschäftstelle nach. Informationen zur Jugendarbeit, Religionsunterricht und Angebote für alle enthalten Sie ebenfalls in der Geschäftsstelle oder im Internet.

 

Freireligiöser Religionsunterricht

Menschen brauchen Hilfe, die es ihnen ermöglicht, Mut, Sicherheit und Verantwortungsgefühl für die Gestaltung des eigenen Lebens und die Mitwirkung am Schicksal der Menschheit zu entwickeln. Freie Religion sieht diese Hilfe nicht im Angebot fester Glaubensvorschriften gegeben, sondern im Gespräch, in der Anregung des eigenen Denkens, Fühlens und Handelns. Der Freireligiöse Religionsunterricht soll dies altersgerecht ausführen.

Wer kann am freireligiösen Religionsunterricht teilnehmen?
Der freireligiösen Religionsunterricht ist offen für Schüler und Schülerinnen, - die freireligiös, also Mitglieder der Gemeinde sind, oder - die keiner Religionsgemeinschaft angehören, oder
- für die kein Religionsunterrichts ihres Bekenntnisses angeboten wird. Die verbindliche Teilnahme an ihm entbindet von der Pflicht zum Besuch des Ethikunterrichts.

Was müssen Eltern und Schüler/innen tun, die sich für die Teilnahme am freireligiösen Religionsunterricht interessieren?
Setzen Sie sich bitte zuerst mit der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz in Verbindung (Anschrift und Telefon umseitig). Hier erfahren Sie die aktuellen Unterrichtsorte und -zeiten und die näheren Verfahrensweisen. Hier können sie einen Gesprächstermin zur eingehenderen persönlichen
Information vereinbaren. Zurzeit wird freireligiöser Religionsunterricht in Ludwigshafen und Elmstein erteilt. Sie melden Schüler und Schülerinnen schriftlich bei uns an (ab 14 Jahre können dies Schüler und Schülerinnen selbständig tun) und informieren direkt die Schule. Anmeldebestätigungen werden bei Bedarf ausgestellt.

Freireligiöser Religionsunterricht – gleichwertig und gleichgestellt
Wie alle staatlich anerkannten Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften in Deutschland hat auch die Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz das Recht, einen eigenen Religionsunterricht in öffentlichen Schulen als ordentliches Lehrfach durchzuführen. Freireligiöser Religionsunterricht ist dem christlichen Religionsunterricht gleichgestellt. Wer verbindlich an ihm teilnimmt, ist auch von der Teilnahme am Ethikunterricht befreit. Der Religionsunterricht wird von staatlich anerkannten Lehrkräften der Freireligiösen Gemeinden durchgeführt. In seinem Rahmen erteilte Zeugnisnoten müssen eingetragen und berücksichtigt werden.

Inhalte und Ziele des Freireligiösen Religionsunterrichts
Ziel des freireligiösen Religionsunterrichts ist es, in informativer, spielerischer und praktischer Weise die eigenständige Meinungsbildung und Persönlichkeit der Schüler und Schülerinnen zu fördern. Er soll sie zu selbstbewusstem, kritischem und verantwortlichem Umgang mit sich, ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt anregen. Er will sie dazu führen, sich mit den verschiedensten Religionen und Weltanschauungen einschließlich einer Freien Religion auseinander zu setzen. Ferner will er
sie ermutigen, eine humanistische Ethik zu entwickeln und Alltagsprobleme bewusst anzugehen und konstruktiv zu bewältigen. Für den Unterricht liegen staatlich anerkannte Lehrpläne für die Grundstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II (Gymnasien) vor. Die Themen werden mit Schülern und Schülerinnen und Eltern abgesprochen.

Beispiele:
- Religionen der Welt
- Konflikte und ihre Lösungsmöglichkeiten
- Ehrfurcht vor dem Leben
- Werte entwickeln und Werte leben
- Kraft und Grenzen von Ritualen
- Nationalsozialismus und Freie Religion
- Umgang mit Gefühlen

Die Vermittlung des Stoffes erfolgt auf der Grundlage freireligiöser Weltanschauung, ohne diese als allein richtige und verbindliche Auffassung vorzugeben.

Methoden im Unterricht:
Neben regelmäßig in den Wochen verteilten Unterrichtsstunden finden Ausflüge und Blockangebote statt, um in Projektform bestimmte Themen vertiefen zu können. Neben der Arbeit mit Literatur und Schrift stehen praktische Erfahrungen und künstlerisches Gestalten. Diskussionen und eigenständiges Erarbeiten von Themen nehmen breiten Raum im Unterricht ein. Dringliche Anfragen von Schülern und Schülerinnen haben Vorrang, aktuelle Themen werden gerne aufgegriffen und nach Möglichkeit vertieft und eingebunden in übergreifende Fragen.

Warum führen wir einen eigenen Religionsunterricht durch?
Viele der Themen unseres Unterrichts werden auch im Ethikunterricht behandelt, im Sachunterricht, Deutsch, Sozialkunde. Wir wollen mit unserem eigenen Unterricht aber gerade Platz schaffen für Themen, die nicht angesprochen werden, etwa die Geschichte Freien Denkens, freireligiöser Bestrebungen. Wir wollen Themen, auch wenn sie in anderen Fächern angesprochen
werden, aus dem Gesichtspunkt Freier Religion heraus diskutieren, Lebenszusammenhänge entwickeln und erfahrbar machen, die in einem mehr sachorientierten Unterricht zu kurz kommen.
Beispiel: Drogen. Hier sollen im Unterricht nicht nur eine Übersicht über Drogen, ihre Wirkungen und ihre Gefahren vermittelt werden, sondern auch deutlich werden, warum sie genommen werden, Alternativen diskutiert werden, Zusammenhänge auch zu Religionen hergestellt werden,
etwa religiös begründeter Drogengebrauch oder auch religiös begründete Verbote besprochen und in ihren Hintergründen deutlich gemacht werden. Auch das Thema Religion als Droge soll zur Sprache kommen wie auch gesellschaftliche Zusammenhänge, die ein Doping in jeglicher Form nahe
legen, hinterfragt werden.

Was ist Freie Religion?
Freie Religion ist eine humanistisch geprägte Weltanschauung. Sie lebt aus der Idee der individuellen Selbstbestimmung in religiösen und weltanschaulichen Fragen. Freie Religion erwächst aus den Gedanken der europäischen Aufklärung. Sie fordert die Menschen heraus, im Einklang von Vernunft
und Gefühl ihr Leben zum Wohle der Menschheit zu gestalten. Für sie ist der Mensch ein Teil der Natur. Er handelt in ihr und verändert sie und ist gleichzeitig als Lebewesen von den natürlichen Gegebenheiten abhängig. Durch die Natur, durch seine Mitmenschen und sich selbst sind dem
Menschen Grenzen gesetzt. Menschen wollen aber erlebte Grenzen verändern und sie durch ihr Wissen und Handeln erweitern. Dabei werfen sie durch ihr Tun häufig neue Probleme für sich auf. Und immer streben sie danach, diese Grenzen zu verstehen und in ihr Bild von der Welt einzuordnen. Religionen und Weltanschauungen erkennen wir daher als Wege, die Menschen entwickeln, um erlebte Grenzen zu erklären und in menschliches Leben einzubeziehen. Freie Religion antwortet auf die Frage nach dem Sinn des Lebens mit dem Verweis auf den Menschen selbst, die eigenen Kräfte und Fähigkeiten, und auf das Wissen, dass Religion ein von Menschen entwickelter Weg ist, das Geschehen des Unwägbaren für sich zu verstehen und einzuordnen. Sie weist daher nicht auf eine transzendentale oder absolute Macht jenseits von Welt und Mensch hin. Darin hat sie sich von ihren
christlichen Ursprüngen gelöst. Menschen sind zum Nachdenken über sich, die Welt und die
grundlegenden Prinzipien des Lebens fähig. Ihre Neugierde lässt sie fragen und suchen und Antworten mit zunehmendem Alter auch durchaus kritisch betrachten. Ihre Fähigkeit zum kritischen Denken anzuregen und zu entwickeln ist ein Ziel Freier Religion. Neben jedem Denken steht das Erleben der eigenen Gefühle und der Bereitschaft zur Bindung. Deren Entwicklung ermöglicht das Hinterfragen und Zweifeln, ohne in Verzweiflung umzuschlagen. Die Auseinandersetzung mit
gewonnenen Einsichten ist anstrengend, Unterstützung dabei hilfreich, sofern sie nicht Antworten vorgibt und das Abbrechen des Denkens ermutigt.

 

Weiterführende Informationen

www.freireligioese-pfalz.de


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