Freireligiöse Jugend Deutschland

im Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands K.d.ö.R.


Das Portal für alle Jugendlichen, Eltern,
Freunde und Interessierte

14 Tage im Sommer

Liebe Freunde einer Freien Religion,


"Sommer“ so ein Wort, das Mark Twain zugeschrieben wird, „Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war." Ich will vom Sommer berichten, genauer vom August 2009. Von den 14 Tagen der Sommerfreizeit der Freireligiösen Jugend Deutschland.
Sommer, Sonne, Hitzefrei, so dachten wir früher als Schüler, aber, ach du goldne Zeit: Hitzefrei gibt es nicht mehr. Unsere armen Kinder! Ferien dagegen, die gibt es noch. Ferienzeit ist freie Zeit!? – beileibe nicht für jeden. Aber für uns schon. Oder doch nicht? Ferienzeit heißt für uns, die Freireligiöse Jugend Deutschland, Sommerfreizeit. Ich werde von unseren Gemeindemitgliedern regelmäßig nach der Freizeit gefragt: „Und, war der Urlaub schön?“ Natürlich war es schön. Aber Urlaub?


Für uns Betreuer vermischen und durchdringen sich die Begriffe. Für den einen – nein für zwei von uns, von dieses Mal 5 Betreuern, ist es Dienstzeit – für die anderen ist es Urlaubszeit, die haben sich Urlaub genommen, um, ja, um was? Zu arbeiten?
Es ist beides: Urlaub und Arbeit, eine andere Form von Arbeit. Es bedeutet Verantwortung und zwar mehr als der Alltag sonst beinhaltet, schließlich vertrauen die Eltern uns ihre Kinder an. Es bedeutet Anleitung, Organisation, Aufmerksamkeit, Bereitschaft, einfach da zu sein, das rechte Tun zum rechten Zeitpunkt. Und wer kann behaupten, dies gelänge ihm immer. Freizeit bedeutet also für uns Betreuer vielleicht vor allem: Konzentrierte Wachsamkeit und damit auch Erfahrungs- und Lernzeit.

Und wie ist es mit den Teilnehmern?
Da waren zunächst die Vorbereitungen, das Vortreffen. Wo geht es hin? Was kann man dort tun? Wer geht mit?
Aus diesen Grundfragen ergeben sich andere, meist organisatorische Fragen, die beim Vortreffen besprochen und gemeinsam geklärt werden: Wie werden die Zimmer aufgeteilt, welche Materialien, für welche Kreativarbeiten werden mitgenommen und ganz wichtig, wer hat, wann, welchen „Dienst“ für die Gemeinschaft zu übernehmen. (nur damit jeder weiß, was damit gemeint ist: es geht um Tischdecken und Abräumen, Spüldienst, Saubermachen der Bäder und Toiletten, sowie der Gruppenräume und Flure.)


Es werden Pläne erstellt, die während der Freizeit zur Orientierung aushängen. (Der kleine Jan hat am Ende der Freizeit gemeint: dieser Dienstplan sei für ihn der einzige zeitliche Orientierungspunkt gewesen. Datum und Wochentag hätte er nicht mehr zu nennen gewusst.) Damit steht das äußere Gerüst der Freizeit. Und da wir Betreuer uns, nicht ohne Vorbehalte, darauf einigen, nur ganz wenige weitere Dinge, wie den Ausflug nach Hameln, den Workshop, ein „Bergfest“ und ein Abschlussfest festzulegen, d.h. für alle sozusagen verpflichtend zu machen, wird es jedem von uns Teilnehmern wie Betreuern überlassen sein, dies äußere Gerüst nach seinen Bedürfnissen, Erwartungen und Launen zu füllen. Freie Zeit im wahrsten Sinn des Wortes frei zu gestalten, selbst zu gestalten.

Das ist von Anfang an das große Thema unserer Freizeit, wobei ich nicht weiß, ob das allen von Anfang an so klar war. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob es allen im Nachhinein so bewusst ist. Aber genau das ist ja etwas, womit es uns als Freireligiösen besonders ernst sein muss! Vielleicht ist das nicht einmal den Erwachsenen, also Ihnen, den Mitgliedern, immer so klar. Oder?

Aber zurück zur Chronologie. Warum reisen wir eigentlich?
Speziell: warum gehe ich bei einer Freizeit, nein, bei der Freizeit mit?
Natürlich bringt jeder unterschiedliche Erwartungen mit in eine Freizeit: Freunde finden oder mit Freunden zusammensein, ohne Eltern sein (d. h. ohne diesen ständigen Erziehungsanspruch: mach was sinnvolles, tu dies, tu das), ohne Schule sein (d.h. ohne Leistungsdruck, ohne die täglich erlebten Rollenmuster), eben ohne den üblichen Alltagsstress sein und dabei noch etwas Neues sehen, tun, erleben, Spaß haben, das, denke ich, ist die größte Motivation mitzufahren.

Vor der Abreise dann die Frage: was nehm’ ich mit, was lass ich zurück.
Das ist nicht nur eine Frage der Kleidungsstücke, die eingepackt werden, es ist auch eine Frage nach Gefühlen, nach Sorgen und Problemen. Kann ich die zu Hause zurücklassen und locker sagen: na dann wartet mal 14 Tage! Oder schleichen sie sich heimlich mit ein ins Gepäck. Hab ich also schweres oder leichtes Gepäck? Was kann ich eingepackt lassen, was drängt heraus? Es wurde mancher Ballast mitgeschleppt und einer drängte sich so sehr in der Vordergrund, zeigte sich so beherrschend, dass eines der Kinder sich abholen ließ.(ohne dass der Anlass in unserer Freizeit gelegen hätte).

Schließlich die Abreise selbst: die Stimmung eine Mischung aus Abschied und Vorfreude, Gespanntsein, Nervosität und guter Laune.
Meinen ersten Adrenalinstoß bekomme ich, als mich aus Pforzheim der Anruf erreicht, der Bus sei nicht da....
Aber er war es doch und alles läuft gut, wenn man davon absieht, dass es einer der heißesten Tage ist und unsere Busfahrer keine große Pause machen können, weil sie unter Zeitdruck stehen und noch am Abend bis nach Holland weiter müssen. Aber es geht alles gut. Picknick dann halt im Bus und endlich - ankommen.

Das also ist unser Zuhause, unser Haus, für die nächsten 2 Wochen. Gelegen in einem winzigen Dorf – es gab mal einen Bäcker, es gab mal einen Lebensmittelladen, es gab mal eine Kneipe.... es gibt eine Bisonfarm, zu der es keiner von uns schaffen wird hinzugehen und sie zu besichtigen – das nächste Kreisstädtchen, Lauenau, in 30 Minuten Gehentfernung, um unser Dorf herum Felder und kleine Wäldchen. Für uns Städter ein bisschen viel Land auf einmal, Konsumlust à la „Der Sommer ist da und hält jede Menge neue Trends bereit – ade!“ Na ja, mal sehen.  Aber das Gelände ist toll. Ein riesiges, mal mehr, mal weniger abfallendes Gelände bis zu einem kleinen Bach – Ort eines die Freizeit locker umgreifenden Staudammprojekts – und danach noch jede Menge Platz mit Fußball-, Basketball- und Volleyballfeld – Trainingsort einer Mannschaft, die sich gründen wird, sowie leider auch eines Unfalls, zum Glück des einzigen. Abgeschlossen wird das Gelände durch eine Reihe großer Pappeln, einem Feldweg, dahinter ein Maisfeld. Nebenan eine Pferdekoppel. Wir sind quasi mitten in der Natur, mancher meint mitten in der Pampa!

Zum Schluss hat es allen auf dem Gelände total gut gefallen, aber am Anfang, denke ich, war es anders. Eher ein Schock, für die meisten war dieser Ort erst eine Liebe auf den zweiten Blick. So ist das, wenn man sich auf Unbekanntes einlässt. Eine erste Erfahrung. Da gibt es ein kleines Gedicht von Annegret Kronenberg über den August, das die Stimmung, die wir dort antrafen, ganz gut wiedergibt:
August, deine dröhnende Hitze lässt die ersten Äpfel reifen, verführt so manchen am Wegesrand, mal über den Zaun zu greifen. (das haben wir auch getan, denn an den Feldwegen fanden sich reife Äpfel, Birnen und Pflaumen)


Blumen quellen in voller Pracht
dem staunenden Betrachter entgegen.
Die Birke streut schon Samen aus,
für die Spatzen ein gütlicher Segen.


August, du Gutelaunemonat,
zeigst uns mal was Sommer heißt.
Bringst Sonne, Freude, Badewetter,
auch wenn uns mal 'ne Mücke beißt.


Ja, gute Laune war angesagt und natürlich Erkundung der „Stadt“. Die ist zunächst eher enttäuschend, denn es ist Samstagnachmittag und da hat alles zu. Aber es ist auch ganz schön und der Weg übers Feld ist gar nicht so weit. Auch Zuhause findet man sich zurecht: Jean, der Zivi, der für Küche und Haus zuständig ist, ist ein netter Kerl, er wird gegen Ende, für die Größeren vor allem, fast mit zur Gruppe gehören.
Und das Gelände? Es gibt kaum „Vorgefertigtes“, wie es die meisten von daheim kennen. Also kein Klettergerüst, keine Schaukel, dafür eine angedeutete Burg und andere kleine Behausungen, eine Insel mit einer alten Weide, der Bach, Bäume und Wiesen, ein paar Bänke unter der Birke: es wurde von allen in Besitz genommen. Fangen spielen, Plantschen im Bach, Ballspiele, eine Pause oder ein Plausch auf der Bank - jeder findet seins und das setzt sich fort.

Der nächste Tag, Sonntag, in einer Momentaufnahme: Der Himmel ist grau. Es geht kaum ein Wind. Die Tauben gurren, ein Flugzeug brummt, sonst ist es still. Birkensamen tröpfeln mir leis’ ins Haar. Das ganze Haus nimmt die Ruhe auf und wir auch. Der Frühstücksdienst ist fertig. Eine Gruppe spielt Karten, andere filzen. Jeder hat sich irgendwas gesucht. Manche sind auf den Zimmern hören Musik, lesen, reden. lachen. Jeder ist zufrieden, keiner vermisst etwas. Die Ruhe von außen überträgt sich auf alle. Zufriedenheit.

Zufriedenheit hat etwas mit innerer Ruhe, mit Frieden zu tun... Das Zeitgefühl schwindet, schon am dritten Tag. Der Tagesablauf nur gegliedert von den Mahlzeiten und den Diensten. Leonie sagt mir, „Heut wird es gar nicht richtig hell und ich fühl mich müde und schlapp, aber trotzdem gut.“ Sommerträgheit: Wir genießen die eigene Faulheit.  Aber nicht nur: Gruppen finden sich zu verschiedenen Spielen zusammen. Bei einem dieser Spiele fällt von Tata der kryptische Satz: „Es ist doof, wenn man die Leute kennt, aber ihren Namen nicht weiß.“ Mancher Unsinn birgt Wahrheit.

Das Stocken der Zeit:  Walter Benjamin nennt das Stocken der Zeit „den Traumvogel, der das Ei der Erfahrung ausbrütet!“. Die Kunst des Wartens besteht darin, auf ein kommendes Ereignis vorbereitet zu sein, aber nur so, dass man offen und empfänglich ist, ohne ein Wissen eines Woher und Warum. Das Stocken der Zeit. Wir sind angekommen in den echten Ferien: Zeit, die Erfahrungen, Erlebnisse der letzten Wochen – Schule, Familie, Freunde etc. - sich setzen zu lassen, ausbrüten zu lassen, auch loszulassen und dabei offen und empfänglich zu werden für das, was kommen wird. Und was kommt? In Gruppen werden verschiedene Gänge nach Lauenau unternommen: Einkaufsbummel oder Schwimmbad. Die Gegend ist so, wie soll ich sagen, vertrauenserweckend, unkompliziert, dass sogar die Jüngsten allein - d. h. zu dritt, aber ohne Betreuer – ins Schwimmbad gehen dürfen. Freiraum, den die wenigsten Stadtkinder so kennen.

Und was kommt noch? Die Jugendlichen bilden eine gemischte Volleyballmannschaft. Julian, stellt ein regelrechtes Trainingsprogramm auf, es wird zweimal täglich trainiert, im Schwimmbad wird gegen Jugendliche aus Lauenau gespielt. Ziel ist die Teilnahme als freireligiöse Mannschaft an einem Tournier der Jugendverbände in Offenbach. Auch, wenn sich dies zerschlägt, wollen sie versuchen sich auch nach der Freizeit zu treffen. Leider gibt es in diesem Zusammenhang dann auch einen Sportunfall. Sebastian bekommt nach einem doppelten Bänderriss im Krankenhaus einen Gips und muss den Rest der Freizeit mit Krücken zurecht kommen.

Noch mal eine Momentaufnahme (diesmal von Irina): Sonnenmorgen. Regentag. Wobei Regen scheinbar nur, um uns wach zu rütteln. Es ist ruhig. Das Wetter macht müde und angeblich Kopfschmerzen. Vermutlich kommt die im Raum hängende Müdigkeit aber auch von den langen Abenden und „weiten“ Wegen in Richtung Zivilisation, ebenso von den anstrengenden Schwimmbadbesuchen, die selbst bei Regengüssen nicht unterbrochen werden. Spaß hat man so oder so. Jeder freut sich auf den „Kinoabend“.... Was ein Glück, dass man morgen früh ausschlafen darf.“ Am nächsten Tag, überschlagen sich die Ereignisse geradezu – gemessen an der Ruhe der Vortage –: Sebastian muss noch mal mit Jane ins Krankenhaus, die beiden versäumen dadurch unser Mitte-Fest unter dem Motto „Kirmes“ mit vielen tollen, von den Teilnehmern vorbereiteten Spielen und Attraktionen und die Sprayer kommen. Das ist ja fast Stress!

Die nächsten beiden Tage werden bestimmt vom Graffiti-Workshop der beiden Mannheimer Künstler. Das ist etwas, wofür uns die Ruhe der vorhergehenden Tage wirklich offen gemacht hat. Neben dem gemeinsamen großen Werk, das Sie hier bewundern können, sind viele ganz unterschiedliche und wirklich beeindruckende Arbeiten der einzelnen Teilnehmer und Betreuer entstanden. Manche davon waren so gut, dass die beiden Künstler darin schon fast angehende Konkurrenz befürchten mussten. Im Ernst, die beiden waren sehr angetan, von dem, was da künstlerisch geleistet wurde und beeindruckt davon, wie unkompliziert, weil selbstbestimmt unsere Kinder und Jugendlichen sind. Wir haben noch viel schönes gemeinsam erlebt: Eine Nachtwanderung mit Gruseleinlage organisiert von einer Gruppe, die übers Wochenende im Nachbarhaus weilte, einen wunderschönen Ausflug in das Städtchen Hameln, dann, wieder zu Hause, eine spannende, aufregende Rallye, einen Spieleabend organisiert von der jüngsten Teilnehmerin, von Deborah, die in der Freizeit ihren 9. Geburtstag mit uns feierte, zwei Wasserschlachten, einen Ausflug zu einer Tropfsteinhöhle mit anschließender, kräftezehrender, aber toller Wanderung zu einem Felsmassiv und bis zurück zu unserem haus, ein tolles, abwechslungsreiches Abschlussfest, zu dem alle etwas beigetragen haben, vom Sketsch über Spiele, bis zu musikalischen Vorträgen und einem Nachtgelände(r)spiel, letztendlich so viele Programmbeiträge, dass wir etliches streichen mussten. Ja, wir hatten eine schöne Freizeit. Mit viel Zeit, Ruhe und Gelassenheit, Raum für Eigeninitiative und mit vielen schönen gemeinsamen und individuellen Aktivitäten.

Ich glaube, jeder hat dabei seine eigenen Highlights erlebt, erleben dürfen. Jeder von uns hat seine Frei(e)Zeit gestaltet und ich hoffe, jeder hat dabei jede Menge Appetit auf Leben gestillt und mit nach Hause gebracht.  Zeit haben ist dafür eine wichtige Voraussetzung und dabei selbst für Kinder und Jugendliche heute ein seltenes Gut. Sich dabei ein- und zuzugestehen, dass jeder seine Zeit anders empfindet und füllt und dass durch diese Unterschiedlichkeit daraus in der Gemeinschaft eine  gemeinsame, gleiche Zeit entsteht, die wir selbst gestalten, war eine wesentliche und geglückte Erfahrung dieser Sommerfreizeit. Ein Spruch, den ich neulich fand, fasst das noch mal zusammen. Es heißt dort: Meine Zeit ist nicht deine Zeit.
Aber unsere Zeit ist die Gleiche.

Sie meinen vielleicht von Freier Religion sei heute noch nicht die Rede gewesen? Sie fragen, ob die Freie Religion eine Rolle gespielt hat in unserer Freizeit? Nun so ganz explizit war Freie Religion nicht unbedingt ein Thema in den 14 Tagen. Sieht man einmal ab, von ein paar Gesprächen am Rande, von der zweiten Preisvergabe für das chaotischste Zimmer und den intensiven Gesprächen mit dem Busfahrer auf der Rückfahrt, ein gläubiger, aufgeklärter Muslim, der wissen wollte, woran wir glauben und was uns zu einer Religionsgemeinschaft macht. Und doch: Ich denke, dass in der besonderen Gestaltung der Freizeit ganz wesentliche Aspekte der freien Religion ihren praktischen Ausdruck fanden:

Einmal, die Möglichkeit zu geben, frei und selbstbestimmt zu entscheiden über das, was ich mit meiner Zeit, letztlich mit meiner Lebenszeit, mache. Die Möglichkeiten zu ganz unterschiedlichen Betätigungen, also die Förderangeboote, Angebote für kreatives Tun oder Spiel waren stets für jeden vorhanden. Ein jeder musste sich nur selbst und nur für sich entscheiden. Freie Selbstbestimmtheit in religiösen Fragen kann ich nur ausüben, wenn ich freie Selbstbestimmtheit im Alltag leben und ausprobieren kann.

Auch Geistesfreiheit kann ich nur erlernen und ausüben, wenn ich mich als Teil einer Gemeinschaft erlebe, in der es völlig normal ist, dass ich offen sagen darf, was ich denke. Auch das haben wir geübt. Und ich persönlich habe mich z.B. sehr darüber gefreut, als unsere Jugendlichen bei der zweiten Zimmerkontrolle – endlich - auf die Idee kamen: „Hey, lasst uns doch auch die Zimmer der Betreuer kontrollieren und bewerten!“ Natürlich gab es auch da ein Chaoszimmer!

Und fast noch schöner fand ich den Entschluss der Bewohner des Chaoszimmers, gezielt auf diesen Titel hinzuarbeiten. Die konnten und wollten das einfach selbst verantworten, die „Unordentlichen“ zu sein. Und: Wann, wenn nicht auf einer Freizeit, kann man mal alles rumliegen lassen, ohne dass es gleich Stress mit den Eltern gibt, ohne das: Wie sieht’s hier wieder aus! Räum endlich auf! Schaff Ordnung! Klar muss auch Ordnung sein! Aber wo immer nur Ordnung herrscht, kann sich nichts mehr bewegen oder neu gestalten, da wird nichts Neues gedacht. Neue Gedanken kommen immer aus einer Art von Unordnung, einer Art von Bruch mit dem Gewohnten. Was ist eine Reise anderes, als der zeitlich begrenzte, daher ungefährliche Bruch mit dem Gewohnten?

Der Bruch mit dem Gewohnten hat uns allen gezeigt, dass es sinnvoll ist – oder soll ich sagen, dass es frei macht ? - , manches in Frage zu stellen, dass es Spaß macht, das mit anderen auszuprobieren, dass es Spaß macht mit anderen zusammenzusein und sich dabei selbst erfahren zu können. Alles geht einmal zu Ende, so auch unsere 14 Tage.

Ein Bericht von Ute Janz



 




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